J’accuse, Stimmvieh!

Ich bin ja durchaus kein Freund der Todesstrafe, aber diejenigen, die uns dieses Parlament eingebrockt haben, sollte man ohne Prozess an die Wand stellen; zumindest aber unter dem Verdacht staatszersetzenden Terrorismus‘ vom Geheimdienst überwachen lassen.

PS: Eigentlich sollte dieser Eintrag erst heute Abend im Anschluss an die erste Hochrechnung als Polemik auf deren Ausgang veröffentlicht werden; aufgrund massiver technischer Probleme ist er nun aber schon deutlich früher zu lesen. Da der Ausgang der Bundestagswahl aber in etwa so offen ist, wie die Präsidentschaftswahlen in Russland, macht das auch keinen Unterschied mehr.
Darum:
Hoch sollen sie leben, die klaren Wahlsieger der kommenden Wahlnacht: Die Börsen, die Banken, die Hedgefonds; die großen und kleinen Ausbeuter, die Nahrungsmittelspekulanten und Privatisierer – und natürlich auch all die Rüstungsfirmen und sonstigen Kriegsgewinnler.
Mein Beileid dagegen gilt allen Verlierern des heutigen Tages: den Menschen.

Allen die heute ihre Stimme heute an der Urne abgegeben haben, ein herzliches: „Dann jetzt auch bitte 4 Jahre lang die Klappe halten! Danke!“ – alle anderen lade ich hiermit zu einer angeregten Diskussion über Politik, die Wahl, ihren Ausgang und was sonst noch so passiert ist ein.

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5 Gedanken zu “J’accuse, Stimmvieh!

  1. Ich bin sehr froh, dass immer mehr Menschen der kantianischen Aufforderung »Sapere aude! Habe den Mut, dich des eigenen Verstandes zu bedienen« folgen, denn »Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit« (Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?, ed. Weischedel, Bd. 9, S. 53).

    Um die Machenschaften der deutschen und europäischen Politiker zu entlarven, bedarf es akribischer Recherchen, denn nur durch die Kenntnis und die Veröffentlichung von Fakten kann ein Denkprozess im Volk angestoßen werden. Einer dieser Denker und Rechtsgelehrten ist Prof. Dr. Jur. K. A. Schachtschneider, der in seinen Werken die dem einfachen Bürger oft verborgenen rechts- und verfassungswidrigen Handlungen der politischen Organe der BRD klar herausstellt und anklagt.

    In meinem erst kürzlich gegründeten Blog versuche auch ich meinen Lesern die Farce dieser Bundestagswahl mit all ihren in diesem Jahr besonders auffälligen Facetten der Massenmobilmachung vor Augen zu führen. Besonders fiel mir dazu
    in diesem Jahr die IG-Metall als Marktschreier der SPD mit ihren Kampagnen im Web und in den Betrieben auf. Auch der neue Wahl-O-Mat als Instrument flächendeckender Volksmanipulation, die Werbung der öffentlich-rechtlichen Bedürfnisanstalten, die sich immer nur im Wahljahr ihres Verfassungsauftrages besinnen, diesen ansonsten aber mit Füßen treten, waren doch schon sehr auffällig.

    Getreu meinem Motto »Sapere aude!« und in der Erkenntnis das »die vollends aufgeklärte Erde…« immer mehr »… im Zeichen triumphalen Unheils erstrahlt« (T.W. Adorno), bin ich nicht bereit die hingeworfenen Brosamen unserer Parteioligarchen aufzulesen, um dann meine staatsbürgerliche Souveränität alle 4 Jahre wieder in der Wahlurne zu bestatten!
    Erst wenn die verfassungswidrigen Handlungen des Bundestages und des Bundesrates hinsichtlich ihrer Europa-, Währungs- und Sozialpolitik durch das ausgeübte Widerspruchsrecht des Volkes zum Schutz der deutschen Verfassung (GG) beendet werden und die Staatsgewalt endlich demokratisch vom deutschen Volk ausgeht wie es das GG vorsieht, erst wenn die Parteienoligarchie (s. http://www.gewaltenteilung.de/jaspers.htm) in der Bundesrepublik Deutschland abgeschafft und die abgeordneten Volksvertreter ihrem wahren und einzigen Verfassungsauftrag nachkommen und ausschließlich zum Wohle des Volkes handeln, erst wenn der schäubel’sche und merkel’sche Weg in eine EU-Diktatur – nichts anderes wird bereits mit dem ESM verfolgt – aufgegeben wird und endlich verantwortungsvolle Politiker die Wahrung der Souveränität des deutschen Volkes zum Wohl desselbigen wieder in den Vordergrund all ihres Handelns stellen, bin ich bereit, ja dann wäre ich sogar als Teil des einzigen Souverän gerne dazu verpflichtet, mein Wahl- und Abstimmungsrecht anzuwenden.

    • Ich weiß zwar nicht, wie einer Kant und Adorno lesen und dann doch noch auf ein geistiges Minimum wie Schachtschneider und seine nationalistischen Gesellen hereinfallen kann – immerhin das Handwerkszeug scheint dir gegeben, deine Prämissen sind nicht ganz falsch…jetzt musst du beides nur noch einer trag- und zukunftsfähigen Vision verschmelzen: und die kann meines Erachtens nicht in „Mehr Nationalismus!“ und derlei zurückgebliebenen Ideologien liegen.

      • Ich danke Dir für Deinen Kommentar und Deine Kritik.

        Weder leitet mich eine Vision von »Mehr Nationalismus!« noch bin ich auf »Schachtschneider und seine nationalistischen Gesellen hereingefallen«. Da hast Du mich falsch verstanden oder ich habe mit meinen Worten bei Dir einen völlig falschen Eindruck erweckt, was mich dazu bewegt künftig meine Wortwahl vor der Veröffentlichung einer genaueren Prüfung zu unterziehen.

        Mir ist es sehr wichtig richtig verstanden zu werden, denn gerade durch Horaz’s und Kant’s »sapere aude« habe ich gelernt meinen Verstand zu gebrauchen und deshalb lese ich nicht nur geschriebene Zeilen, sondern setze mich mit diesen auch intensiv auseinander, was dazu führt das eine anzunehmen, um es später zu verwerfen und das andere zunächst zu verwerfen um es später wieder anzunehmen. Beides Ergebnisse aus Diskussionen oder dem Studieren weiterer Lektüre. So bin ich schon lange zu der Überzeugung gelangt, dass die rechts nationalistische Argumentation meist den von mir erwarteten intellektuellen Anspruch nicht erfüllt und meist jeglichen philosophischen Tiefgang vermissen lässt.

        Meist, aber eben nicht immer.

        Was spricht dagegen sich kritisch auch mit den Werken »nationaler Gesellen« auseinanderzusetzen?
        Hegel hat sich intensiv mit den Lehren Kants auseinandergesetzt und diese aufs schärfste kritisiert, aber eben auch nicht alles verworfen. Sind damals die Kantianer auch auf die Schriften eines württembergischen Schreiberlings hereingefallen? Neben Kant und Schachtschneider habe ich auch P. Sloterdijk gelesen und trotzdem meinen Vater nicht erschlagen, wie dies von einem seiner Seminarteilnehmer praktiziert wurde.
        Ich will damit sagen, dass ich sehr wohl zu unterscheiden vermag, was da geschrieben wird und ich bin weit davon entfernt auf »nationalistische Gesellen hereinzufallen« – übrigens eine für mein Empfinden ausgezeichnete Formulierung 🙂

        Wenn ich vom »deutschen Volk« schreibe, dann nur deshalb, weil das Land in dem wir alle leben Deutschland heißt, das GG vom »deutschen Volk« spricht, die Bundestagsdebatten in einem Gebäude geführt werden auf dem in großen Lettern »Dem deutschen Volke« geschrieben steht und »im Namen des Volkes« – da fehlt zugegebenermaßen das Adjektiv deutsch – Urteile gesprochen werden. Natürlich bin ich mir bewusst, damit Assoziationen an die Jahre von 1933 – 1945 hervorzurufen, aber bis zu einer »nationalistischen Ideologie« ist da meiner Ansicht nach noch ein weiter gedanklicher Weg zurückzulegen.

        Und was meine Vision angeht, so ist diese auf einen ganz einfachen Punkt zu bringen: FREIHEIT!

        • Womöglich habe ich das das ein oder andere in den falschen Hals bekommen, weil du dich teilweise eines Jargons bedienst, den man sonst eher in einem radikallibertären/rechtspopulistischen Umfeld findet.

          Dasselbe deutet sich an, wenn du behauptest, deine Vision sei allein oder vor allem: „Freiheit!“.
          Freiheit ist ein Kunstbegriff, der heute vor allem schrankenlosen Egoismus legitimieren soll, unter dem Deckmantel der Freiheit wird allein der Schutz derer, die dessen bedürfen, abgebaut. Freiheit ist eine gute Sache, aber Freiheit bedarf immer Sicherheit – keine Überwachung, sondern soziale Sicherheit, tun zu können, was man möchte, sich nicht sorgen zu müssen, was auf dem Teller landet. Mit den Worten Dale Carnegies: „Sorge dich nicht, lebe“; leben, frei leben, das ist eben nur möglich, wenn man sich nicht sorgen muss. Sorgenfreiheit gibt es nur in sozialer Sicherheit.

          Im Kapitalismus wird Freiheit aber immer nur die Freiheit des Stärkeren bedeuten: Freiheit wird von der Utopie zur Dystopie der Macht des Stärkeren. Versteh mich da nicht falsch: Freiheit ist wie gesagt etwas tolles, libertäre Ideologien haben mitunter etwas für sich, aber sie funktionieren so nicht; die meisten zumindest nicht. Interessant klingt dann noch der libertäre Sozialismus, der demokratische Freiheits- mit sozialistischen Selbstbestimmungsideen verbindet – der „Feldversuch“ in Mexiko, wo man selbst die kriminellen Kartelle besiegen konnte, stimmt da optimistisch. Die Alternativlosigkeit des antidemokratischen Kapitalismus ist in den Köpfen hierzulande allerdings noch immer tief verankert.
          Und im Kapitalismus kann es keine echte Demokratie geben.

  2. Pingback: Der große Koalitionsbetrug | Sirius von Ungemach

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